Steuerklassenrechner

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Steuerklassenrechner

Wenn zwei Menschen heiraten, steht ihnen eine Wahlmöglichkeit bezüglich der Steuerklassen offen. Je nach der Kombination innerhalb des Ehepaares werden andere Regeln der Berechnung genutzt. Durch die Zusammenlegung von Freibeträgen oder strikte Trennung der Einkommen kann je nach Einkommensunterschied gespart werden. Mit unserem Steuerklassenrechner können Sie erfahren, welche Kombination in Ihrem Fall die Günstigste ist.

So funktioniert der Steuerklassenrechner

Zunächst geben Sie für beide Ehepartner das Bruttoeinkommen im Rechner an. Die dann folgenden Einträge sind die Haupteinflussfaktoren für die Berechnung der für das jeweilige Einkommen zu zahlenden Lohnsteuer. Für beide Partner ermittelt der Rechner sodann anhand der Angaben die monatliche Lohnsteuer für die unterschiedliche Steuerklassen. Dabei werden genau jene Steuerklassen berücksichtigt, die bei einer Zusammenveranlagung möglich sind, nämlich Steuerklasse III, IV und V. Die wiederum möglichen Kombinationen dieser Steuerklassen werden aufgelistet und der gemeinsame monatliche Steueraufwand in Relation gesetzt.

Die Eingaben

Neben der Angabe des des Steuerjahrs und des Bruttoeinkommens für beide Ehepartner, können für die Berechnung der monatlichen Lohnsteuer folgende, die Steuer beeinflussende Eingaben gemacht werden.

Das Geburtsjahr
Wer vor Beginn eines Jahres 64 ist, hat ab diesem Jahr Anspruch auf den Altersentlastungsfreibetrag. Dieser betrug 2005 40% des Lohnes aber max. 1.900 Euro. Durch das Alterseinkünftegesetz (AltEinkG) vom Juli 2004 wird dieser Freibetrag ab 2005 jedes Jahr kontinuierlich gekürzt (2006: 38,4% und max. 1864 Euro) bis 2040 dieser Freibetrag ganz entfällt. Da Bestandsschutz besteht, ist zukünftig für die Höhe des Freibetrages das Erstberechtigungsjahr maßgebend. Deshalb wird hier anhand des Geburtsjahres ermittelt, ab welchem Jahr man bezugsberechtigt war. Wenn das Erstberechtigungsjahr vor 2005 liegt, gilt der Freibetrag von 2005.

Bundesland der Arbeitsstätte
Danach richtet sich die Beitragsbemessungsgrenze der Renten- (und Arbeitslosen-) Versicherung. Die westdeutschen Länder haben eine höhere Bemessungsgrenze. In Sachsen arbeitende Arbeitnehmer müssen zudem einen höheren Beitrag zur Pflegeversicherung tragen. Der Arbeitgeber wird dort entlastet. Dafür haben die Sachsen einen arbeitsfreien Tag mehr (Buß- und Bettag)

Kinder
Kinderlose ab 24 Jahren zahlen einen etwas höheren Beitrag zur Pflegepflichtversicherung.

Rentenversicherungspflicht
Löhne von rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern werden nach der Allgemeinen Tabelle versteuert. Personen, die keiner Renteversicherungspflicht unterliegen, wie z.B. Beamte und Gesellschafter-Geschäftsführer, werden nach der Besondere Tabelle besteuert, die eine geringere Vorsorgepauschale berücksichtigt.

Krankenversicherung
Seit 2015 ist der Krankenkassen-Einheitstarif von der Bundesregierung auf 14,6% zzgl. Zusatzbeitrag (siehe unten) festgelegt. Dies ist der normale Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer übernehmen jeweils die Hälfte davon. Der ermäßigte Satz beträgt 14,0% zzgl. Zusatzbeitrag und gilt für Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben. Dazu gehören z.B. Vorruhestandsgeldbezieher und Arbeitnehmer die eine Rente oder eine Pension beziehen. Auch in diesem Fall wird der Beitrag zur Hälfte vom Arbeitnehmer geleistet. Nach Auswahl von “privat versichert ” erhalten Sie weitere Eingabefelder zur Angabe Ihrer monatlichen Beiträge zur privaten Krankenversicherung.

Kassenindividueller Zusatzbeitrag
Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer müssen seit 2015 zudem einen von den gesetzlichen Krankenkassen erhobenen Zusatzbeitrag leisten. Der durchschnittliche kassenindividuelle Zusatzbeitrag beträgt 2016 gemäß Bundesanzeiger 1,1 Prozent (2015: 0,9 Prozent) und gilt als Richtgröße für die Krankenkassen bei der Festlegung ihrer individuellen Zusatzbeitragssätze. In den Steuerjahren vor 2015 gab es diesen kassenindividuellen Zusatzbeitrag nicht. Stattdessen musste der Arbeitnehmer generell einen um 0,9 Prozentpunkte höheren Beitragsanteil leisten. Die durchschnittlichen Sätze von 0,9 %, 1,1 % bzw. der zuvor fixe Satz von 0,9 % werden hier abhängig vom gewählten Steuerjahr automatisch bei der Berechnung berücksichtigt.

Jahres-Freibetrag aus Lohnsteuerkarte
Auch dieser beeinflusst natürlich die Höhe der monatlich zu entrichtenden Steuer.

Das Ergebnis der Steuerklassen-Berechnung

Der Rechner liefert als Ergebnis Ihrer Eingaben für jede mögliche Steuerklassen-Kombination in den ersten drei Spalten die monatliche steuerliche Belastung für Sie, Ihren Partner und für beide zusammen. Die rechte Spalte zeigt die Differenz zur voraussichtlichen Einkommensteuer. Hieran können Sie ablesen, ob Sie bei Ihrem nächsten Lohnsteuer-Jahresausgleich eher mit einer Steuererstattung rechnen können oder zu einer Steuernachzahlung (bei negativem Wert) aufgefordert werden. Ob Sie die Wahl Ihrer Steuerklassen dabei so ausrichten, um eine Steuererstattung bzw. Steuernachzahlung zu minimieren oder zu maximieren, entscheiden Sie selbst. Sie sollten für Ihre persönliche Situation entscheiden, welche Kombination der Steuerklassen für Sie die günstigste ist. Am Ende des Jahres zahlen Sie ohnehin eine von der Wahl der Steuerklasse unabhängige Einkommensteuer. Das heißt, der monatliche Effekt der Steuerklassenwahl spielt für die jährliche Einkommensteuerschuld keine Rolle. Unterm Strich zahlt man gleich viel.

Die möglichen Steuerklassenkombinationen im Überblick

III/V bzw. V/III
Die Kombination der Steuerklasen III/V wird meist gewählt, wenn ein Ehepartner deutlich mehr als der andere verdient. Der besser verdienende erhält dann Steuerklasse III, während der geringer verdienende Ehepartner in Klasse V eingestuft wird. In Klasse III fallen verhältnismäßig wenig Steuern an, in V relativ viel. Somit wird die regelmäßige Steuerlast zunächst minimiert.

IV/IV
Die Kombination IV/IV ist vorteilhaft, wenn beide Ehepartner ungefähr gleich viel verdienen.

IV/IV mit Faktor
Seit 2010 besteht bei Steuerklasse IV die Möglichkeit, das Faktorverfahren zu wählen. Das zuständige Finanzamt ermittelt auf Antrag den Faktor, der das Verhältnis der beiden Lohnsteuerbeträge widerspiegelt. Mit diesem Faktor werden die errechneten Lohnsteuern multipliziert. Dadurch wird die stärkere Belastung in Steuerklasse IV gemildert und Nachzahlungen vermieden.

Tipp 1 zum Steuerklassenrechner : Gemeinsame Steuererklärung ist nicht immer die beste Wahl

Das sogenannte Ehegattensplitting soll die Steuerlast für verheiratete Paare auf einem verträglichen Level halten. Bei der Einführung dieser Regelung war der Alleinversorger einer Familie das übliche Modell. Da ein einzelnes Einkommen für zwei Personen reichen sollte, wurde auch die Steuerlast auf beide Personen aufgeteilt. Bei Paaren, die beide berufstätig sind, zeigt sich jedoch immer häufiger, dass die getrennte Berechnung der Steuerlast günstiger ausfallen kann. Als Faustregel gilt, je höher der Einkommensunterschied ist, desto vorteilhafter ist die Steuerklassenkombination III/V.

Tipp 2 zum Steuerklassenrechner : Günstigere Kombination bringt auch Verpflichtungen

Wenn die Einkommenssituation die gemeinsame Steuererklärung sinnvoll macht, müssen beide Partner die entsprechende Steuerklasse beantragen. Wird die Beantragung versäumt, werden die Steuern weiterhin für beide nach Steuerklasse IV berechnet. Wenn der finanzielle Vorteil des Wechsels nur gering ist, bleibt die Überlegung, den Wechsel nicht zu beantragen. In Steuerklasse IV ist ein Arbeitnehmer nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Diese Verpflichtung besteht jedoch bei der Kombination aus den Klassen III und V. Ein Wechsel der Steuerklassen wäre also nur sinnvoll, wenn die zu erwartenden Steuerrückzahlungen auch nach Abzug eventueller Kosten für einen Steuerberater noch relevant sind. Der Steuerklassenrechner teilt aus diesem Grund nicht nur die empfohlene Steuerklassenkombination mit, sondern berechnet auch, mit welchen Steuerlasten bei den verschiedenen Modellen zu rechnen ist. Im Formular können daher für beide Ehepartner detailliert alle steuerlich relevanten Daten eingegeben werden. Sollten natürlich Ausgaben bestehen, die unabhängig von den üblichen Pauschalen von der Einkommenssteuer abgesetzt werden können, kann sich die tatsächliche Steuerlast vom angegebenen Ergebnis unterscheiden.

Was versteht man unter Steuerklassen?

Jeder Arbeitnehmer wird zur Erhebung von Einkommenssteuer in eine bestimmte Steuerklasse eingeteilt. Der zu zahlende Steuerbetrag richtet sich nach Familienstatus, Kinderanzahl , Art des Einkommens sowie den jeweils geltenden Freibeträgen. Die Steuerklasse entscheidet darüber, wie viel Lohnsteuer, Solidaritätsbeitrag sowie evtl. Kirchensteuer monatlich von dem Bruttolohn zu entrichten sind. Auf der Basis der jährlich stattfindenden Steuererklärung stellt das Finanzamt fest, ob ausreichend, zu viel oder zu wenig Steuern gezahlt worden sind. Alleinstehende werden vom Finanzamt automatisch der Steuerklasse I zugeordnet bzw. erhalten die Steuerklasse II, sofern Sie mindestens ein Kind zu betreuen haben. Nur Ehepaare haben die Möglichkeit, zwischen unterschiedlichen Steuerklassen zu wählen.

Wie unterscheiden sich die einzelnen Steuerklassen?

Man unterscheidet im deutschen Einkommensteuergesetz sechs verschiedene Lohnsteuerklassen:

  • Steuerklasse I: Hierein fallen alle Alleinstehenden ohne Kinder oder Verheiratete, die von ihrem Partner dauerhaft getrennt leben.
  • Steuerklasse II: Dieser Steuerklasse werden Ledige mit Kindern (Alleinerziehende) zugeordnet.
  • Steuerklasse III: Für verwitwete Steuerzahler, verheiratete Alleinverdiener oder Verheiratete, deren Ehepartner Steuerklasse V gewählt hat, gilt Steuerklasse III.
  • Steuerklasse IV: Verheiratete Doppelverdiener können beide die Steuerklasse IV wählen. Diese Lösung kann sinnvoll sein, wenn beide etwa gleich viel Einkommen haben.
  • Steuerklasse V: Diese kann von Verheirateten gewählt werden, wenn deren Partner Steuerklasse III wählt. Diese Variante empfiehlt sich vor allem dann, wenn die Ehepartner unterschiedlich hohe Einkünfte haben.
  • Steuerklasse VI: Sie bewirkt die höchste Steuerbelastung, da hier keine Freibeträge geltend gemacht werden können. Sie gilt für Arbeitnehmer mit Zweit- oder Drittjob, die eine andere Steuerklasse schon für ihren Erstjob verwenden.

Wann sollten Ehe- oder Lebenspartner eine Steuerklasse wechseln?

Gleichverdienende Ehepartner bzw. eingetragene Lebenspartner werden der Lohnsteuerklasse IV zugeordnet. Wenn allerdings ein Partner wesentlich mehr verdient als der andere (etwa 60% des Gesamteinkommens), sollte der besser verdienende sich in Steuerklasse III veranlagen lassen, während der Partner mit dem geringeren Einkommen (mindestens 40%) in Steuerklasse V wechselt. Dies hat ein wesentlich höheres Nettoeinkommen zur Folge. Allerdings muss bei der Kombination von Steuerklassen III/V am Jahresende eine Steuererklärung abgegeben werden, was bei der Kombination IV/IV nicht erforderlich ist. In den meisten Fällen wird dann erfahrungsgemäß eine Steuernachzahlung verlangt. Anhand des Steuerklassenrechners können Sie berechnen, wie sich die verschiedenen Steuerklassenkombinationen bei Ihnen auswirken würden. So können sie eine Steuerklassenkombination bestimmen, die Steuernachzahlungen und -erstattungen am Jahresende minimiert und somit eine sinnvolle Anpassung Ihrer monatlichen Lohnsteuer erzielen.

Wie können Ehe- und Lebenspartner ihre Steuerklasse ändern?

Ausschließlich Ehepaare sowie eingetragene Lebensgemeinschaften sind befugt, ihre Steuerklassen zu wählen. Die Zustimmung des Ehepartners zu einem Wechsel ist immer erforderlich. Eine Änderung der Steuerklasse kann beim zuständigen Finanzamt vorgenommen werden. Benötigt wird hierzu das entsprechende Antragsformular sowie, bei Neuvermählten, das Familienstammbuch.

Was beinhaltet das Faktorverfahren bei Steuerklasse IV?

Verheiratete oder verpartnerte Paare mit etwa gleichem Monatsgehalt können seit dem Veranlagungszeitraum 2010 ein “optionales Faktorverfahren” in Kombination mit Steuerklasse IV (§ 39f EStG) wählen. Dieses Verfahren bietet den Vorteil, Steuernachzahlungen weitgehend zu vermeiden. Der Faktor wird aus dem Verhältnis zweier Beträge errechnet: der Jahreseinkommensteuerschuld, die wahrscheinlich von beiden Partnern nach dem Splittingverfahren zu zahlen wäre (Y), und der Lohnsteuersumme, die jeweils gemäß Steuerklasse IV zu zahlen wäre (X). Ist das Ergebnis des Dividierens von Y durch X kleiner als 1, kann das Faktorverfahren kann angewandt werden.

Wann ist man gezwungen, eine Steuerklasse zu ändern?

Eine Änderung der Steuerklasse wird zwingend notwendig, wenn sich die Familienverhältnisse eines Arbeitnehmers ändern. Dies ist der Fall bei Heirat, Trennung oder Scheidung, Tod des Ehe- oder Lebenspartners oder der Geburt eines Kindes bei Alleinstehenden.

In welche Lohnsteuerklasse wird man nach einer Trennung oder Scheidung eingestuft?

Nach einer Trennung oder Scheidung werden die ehemaligen Partner in die Steuerklasse I oder II eingestuft und vergleichbar wie Ledige besteuert. Der Wechsel der Steuerklasse muss jedoch nicht gezwungermaßen unmittelbar nach der Trennung stattfinden; vielmehr wird für das Trennungsjahr eine Übergangsphase gewährt, in der die Betreffenden in der bisherigen Steuerklasse bleiben können.

In welcher Steuerklasse muss ich eine Einkommensteuererklärung abgeben?

Grundsätzlich ist man als Arbeitnehmer nicht dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, wenn man als lediger Arbeitnehmer in der Steuerklasse I ist. Ebenso sind Ehepaare, bei denen beide Partner in der Steuerklasse IV sind, nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet. Durch eine Änderung der Steuerklasse kann die monatlich zu zahlende Steuerlast deutlich sinken, allerdings ist man in diesem Fall auch dazu verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

Wie häufig ist ein Wechsel der Steuerklassen möglich?

Während eines Kalenderjahres kann eine Steuerklasse generell einmal gewechselt werden. Allerdings sind weitere Wechsel in Ausnahmefällen möglich, wenn z. B. der Ehe- oder Lebenspartner keinerlei Einkommen mehr aus nichtselbständiger Arbeit erhält – oder umgekehrt, wenn (z. B. nach Arbeitslosigkeit oder Erziehungsurlaub) erneut diese Art von Einkommen bezogen wird sowie beim Tod eines Ehepartners.

Führt der Wechsel in eine günstigere Steuerklasse zu mehr Einkommen?

Zwar ist es möglich, durch den Wechsel in eine andere Steuerklasse ein monatlich höheres Nettoeinkommen zu beziehen. Diese Mehreinnahmen nivellieren sich jedoch weitgehend bei der Jahreseinkommensteuererklärung.

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