Haushaltsnahe Dienstleistungen

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Haushaltsnahe Dienstleistungen

Beschäftigen Sie eine Putzhilfe auf 450 €-Basis? Hilft Ihnen ein Dienstleistungsunternehmen bei Arbeiten in Ihrem Haushalt? Haben Sie einen Handwerker zur Modernisierung Ihres Bades beauftragt? Alle Aufwände, die Ihnen dabei entstehen, können Sie zu einem Fünftel direkt von Ihrer Steuerschuld abziehen. Das Einkommensteuergesetz enthält in § 35a hierfür alle Regelungen. Dort werden drei Leistungsgruppen haushaltsnaher Dienstleistungen unterschieden. Je nach Einordnung gelten verschiedene Höchstbeträge für die steuerliche Berücksichtigung. Diesen drei Gruppen entsprechen die drei Eingabefelder des Rechners. Geben Sie Ihre jährlichen Aufwände einfach in die entsprechenden Felder ein. Den Rest erledig der Rechner für Sie.

Übersicht über die Höchstbeträge für die Steuerermäßigung

Leistung Steuerbonus Höchstabzug max. ausschöpfbar
Haushaltshilfe durch geringfügig Beschäftigte 20 % 510 € 2.550 €
Haushaltshilfe durch Dienstleister 20 % 4.000 € 20.000 €
Handwerkliche Leistung 20 % 1.200 € 6.000 €

Berechnungsbeispiel

Sie haben eine Putzfrau auf 450 €-Basis, die wöchentlich die Wohnung putzt sowie die Wäsche bügelt. Dafür erhält sie jeweils 40 € also monatlich 160 € Das macht jährlich 1.920 € zzgl. monatlich 23,84 % (Stand 2016) für Steuer- und Sozialabgaben. Der daraus resultierende jährliche Gesamtaufwand beträgt also rund 2.206,08 €. Davon können Sie ein Fünftel von Ihrer Steuerschuld abziehen lassen, das heißt Sie “sparen” rund 441,22 €.

Interessant: Sie haben nach der Steuerermäßigung real insgesamt 2.206 € − 441 € = 1.765 € für die Leistungen Ihrer Putzhilfe ausgegeben. Obwohl sie Steuer- und Sozialabgaben leisten mussten, haben Sie unterm Strich weniger ausgegeben, als wenn Sie Ihrer Putzhilfe die Entlohnung an der Steuer “vorbei” bezahlt hätten. Dann hätten Sie 1.920 € ausgegeben. Sie sparen also dank Ihrer Steuerehrlichkeit 155 €.

Was sind haushaltsnahe Dienstleistungen?

Die haushaltsnahe Dienstleistung ist ein Begriff aus dem Einkommensteuergesetz. Die dafür erforderlichen Aufwände können eine Steuerermäßigung bewirken. Geregelt wird dies in § 35a des Einkommensteuergesetzes. Grundsätzlich geht es bei haushaltsnahen Dienstleistungen um Arbeiten in privaten Haushalten, die sonst gewöhnlich durch Mitglieder dieses Haushalts erledigt werden, oder um Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen durch Handwerker.

Warum steuerliche Begünstigung haushaltsnaher Dienstleistungen

Die steuerliche Förderung wurde erstmals 2003 vom Gesetzgeber erlassen. Seitdem hat es bereits zahlreiche Änderungen gegeben. Grundsätzlich möchte man mit dieser Förderung die Schwarzarbeit in den privaten Haushalten eindämmmen.

Wie hoch ist die Steuerermäßigung und was heißt “Direkte Steuerermäßigung”?

Die Aufwände für haushaltsnahe Dienstleistungen führen zu einer direkten Steuerermäßigung statt nur einer Anrechnung auf das Einkommen. Anders als bei den meisten anderen absetzbaren Kosten, welche steuerlich zunächst nur die Einkünfte mindern, können Sie 20% der Aufwände für haushaltsnahe Dienstleistungen direkt von Ihrer Steuer abziehen. Bis zu festgelegten Maximalbeträgen “sparen” Sie also ein Fünftel dieser Aufwände inkl. MwSt. bzw. Abgaben.

Welche Arten und Höchstsätze sieht das Gesetz vor?

Das Einkommensteuergesetz unterscheidet in § 35a zwischen drei Arten der Dienstleistungen, für die unterschiedliche Höchstsätze bzw. Maximalbeträge für die Steuerermäßigungen gelten:

  • Haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis mit geringfügig Beschäftigten (Mini-Jobber) (max. 510 € Steuerbonus)
  • Haushaltsnahe Dienstleistung durch selbstständige Dienstleister (max. 4.000 € Steuerbonus)
  • Handwerkerleistungen (max. 1.200 € Steuerbonus)

Was ist ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis mit geringfügig Beschäftigten?

Eine geringfügige Beschäftigung ist in § 8 SGB IV definiert. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Beschäftigung auf 450 €-Basis bzw. als Mini-Jobber. Ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis liegt vor, wenn in einem Privathaushalt Tätigkeiten von dem/der Beschäftigten ausgeübt werden, die sonst gewöhnlich durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt werden. Dazu zählen beispielsweise Putzen (auch Fenster), Waschen, Bügeln, Einkaufen, Kochen, Backen, Nähen, Gartenarbeit, Versorgung von Kindern oder Pflege von Pflegebedürftigen.

Was ist eine haushaltsnahe Dienstleistung durch selbstständige Dienstleister?

Im Unterschied zum haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnis mit geringfügig Beschäftigten wird die Leistung durch Selbstständige oder Mitarbeiter eines Dienstleisters erbracht.

Was sind Handwerkerleistungen im Zusammenhang mit haushaltsnahen Dienstleistungen?

Zu den Handwerkerlesitungen zählen alle Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen im oder am Haus bzw. auf dem Grundstück. Im einzelnen zählen hierzu beispielsweise der Austausch von Bodenbelägen, Malerarbeiten, Modernisierung von Bädern, Fenstern und Türen, Installateurarbeiten, Schornsteinfeger- sowie Pflaster- und Gartenarbeiten auf dem Grundstück.

Welche Aufwände genau sind zu 20% abziehbar?

Grundsätzlich abziehbar sind die Arbeitskosten sowie Fahrt- und Maschinenkosten inklusive Mehrwertsteuer bzw. inklusive aller Abgaben im Falle eines Mini-Jobs. Nicht begünstigt sind Materialkosten (außer Verbrauchsmitteln, wie z.B. Schmier- oder Reinigungsmittel). In der Rechnung sollten also Material- und Arbeitskosten getrennt ausgewiesen sein.

Wieso wird ein Kontoauszug als Nachweis benötigt?

Die Aufwendungen werden vom Finanzamt meist nur anerkannt, wenn die Bezahlung der Rechnung per Überweisung erfolgt, so dass ein Kontoauszug als Nachweis dienen kann. Barzahlungen sollten also vermieden werden.

Was mache ich, wenn die Steuerermäßigung höher als meine Einkommensteuer ist? Was ist, wenn die maximalen Ermäßigungbeträge überschritten sind?

Das Finanzamt zieht die Summe unabhängig von Ihrem persönlichen Steuersatz von der Steuerschuld ab. Dieser Steuerbonus läuft jedoch zu dem Teil ins Leere, der die Höhe Ihrer Steuerlast möglicherweise überschreitet. Für diesen Fall könnten Sie evtl. mit Ihrer Haushaltshilfe bzw. mit Ihrem Handwerker vereinbaren, einen Teil der Rechnungen erst im Folgejahr zu überweisen, um sie erst dann mit 20% in Abzug zu bringen. Für das Finanzamt ist nämlich der Zeitpunkt der Begleichtung der Rechnung und nicht das Datum der Rechnungsstellung relevant. Ähnliches gilt für den Fall, dass Sie die Maximalbeträge ausgereizt haben und deshalb einen Teil der Aufwände in das kommende Jahre verschieben möchten.

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